Warum wir Deutschen nicht in Aktien investieren und warum Du das ändern solltest

Wir Deutschen lieben das Sparbuch und keiner weiß so wirklich warum. Trotz extrem niedriger Zinsen machen viele Sparer das Sparbuch zum Mittelpunkt ihrer Anlagestrategie. Während der Klassiker unter den Anlageprodukten für einen Notgroschen zweifellos geeignet ist, vernichtet es für langfristige Sparer einen nicht unerheblichen Teil der Kaufkraft. Doch wir Deutschen sind im Vergleich zu anderen Nationen ziemlich ängstlich, was Aktien, ETFs und Co betrifft. Die Dotcom-Blase, die Finanzkrise von 2008 und auch der noch recht junge “Wirecard-Skandal” schüren die Angst vor dem Börsenmarkt.  

Doch wie so häufig bleiben uns vereinzelnde Negativmeldungen viel stärker im Gedächtnis als ein ansonsten positives Gesamtbild. Insbesondere langfristige Sparer, die ihr Geld diversifiziert in einen breiten Markt anlegen, können sich durch die Renditen des Börsenmarkts große Gewinne sichern. Die Börsenmärkte erholten sich bislang aus jeder noch so harten Krise und konnten über einen längeren Zeitraum ein Wachstum verbuchen. Dennoch legen gerade einmal 16 Prozent der deutschen Bevölkerung ihr Geld in Aktien und ETFs an. Doch warum ist das so? 

Warum wir Angst vor der Börse haben

Grundsätzlich erfüllen wir sämtliche Voraussetzungen, um erfolgreich auf dem Börsenparkett bestehen zu können. Wir sind eine der vermögendsten Republiken der Welt, haben einen freien und durch Behörden regulierten Zugang zu Börsen und den uneingeschränkten Zugriff auf Bildungsangebote im Bereich der Geldanlage. Doch der letzte Punkt ist auch der Knackpunkt an der Sache. Uns wird schlicht nicht vermittelt, wie wir mit unserem Geld umgehen sollen und welche Möglichkeiten es gibt. Dadurch wird häufig nicht der Bedarf an finanzieller Bildung geweckt und wir beschweren uns schon mit Anfang 30 über die viel zu geringe Rente, die wir einmal erhalten werden.

Aktien investieren
So kompliziert die Börse auch anmuten mag, Angst sollten wir keine haben.

Das ist nicht nur eine persönliche Beobachtung von mir, sondern deckt sich auch mit belegbaren Zahlen. Einer Studie der ING-DiBa aus dem Jahr 2017 zufolge sind etwa 50 Prozent der deutschen finanzielle Analphabeten. Sie kennen sich nach eigener Aussage nicht mit Indexfonds oder Aktien aus und haben keine Ahnung, wie diese Anlageprodukte funktionieren. Im europäischen Vergleich belegen wir knapp vor Großbritannien den vorletzten Platz. Das ist in der Tat ein katastrophales Ergebnis und zeigt, wie viel Potenzial hier verloren geht. Viele der Befragten denken im Zusammenhang mit Wertpapieren nur an die Risiken. Denn häufig sind diese in der allgemeinen Berichterstattung viel stärker im Fokus als die damit verbundenen Chancen des Vermögensaufbaus.

Warum Du dich finanziell bilden solltest

Kurioserweise sind sich 90 Prozent der in der vorherigen Studie befragten Teilnehmer einig, dass finanzielle Bildung sehr wichtig ist. Auch ich bin dieser Meinung und finde es schade, dass Schülern nur sehr selten der Zugang zu finanzieller Bildung im Regelunterricht geboten wird. Ich kann mich nicht daran erinnern, während meiner Schulzeit den Aktienmarkt kennengelernt zu haben oder über den Vermögensaufbau gesprochen zu haben. Ich frage mich, warum ich Prozentrechnung am Beispiel eines Obstbauern kennengelernt habe, der plötzlich 5.000 Äpfel mehr als vorher hatte. Anhand der Kurse von Wertpapieren könnte man optimal prozentuale Auf- und Abstiege kennenlernen und würde bereits frühzeitig die Bewegung von Börsenkursen kennenlernen.

Aus meinem persönlichen Umfeld kenne ich die vielen planlosen Gesichter, wenn ich beispielsweise von einer Aktie berichte, die schlagartig um 10 Prozent gestiegen ist. Fragen wie „Ist das jetzt viel oder wenig?“ oder „Ist das nicht schlecht, jetzt verkaufen doch alle?“ zeigen, dass hier ein grundsätzliches Verständnis fehlt. Und tatsächlich war auch mir der Aktienmarkt lange fremd. Mein Großvater verlor während der Dotcom-Blase Anfang der 2000er bei seinem einzigen Versuch an der Börse Geld und nahm sofort Abstand von Wertpapieren. In meiner Familie wurden Aktien daher sehr kritisch betrachtet. Allerdings war ich viel zu neugierig, um mich nicht zumindest grob mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen. Vor allem, da die Niedrigzinsen meines Sparbuchs micht nicht zum finanziellen Erfolg führen würden.

Allein aufgrund der Tatsache, dass Du Dir gerade diesen Artikel durchliest, zeigst Du offensichtlich ebenfalls ein Interesse an diesem Thema. Informiere dich unbedingt über die Chancen und Risiken am Aktienmarkt und stelle Dir nach und nach die richtige Strategie auf. Du musst nicht auf anhieb alles verstehen. Das ist mir auch nicht gelungen und mein heutiges Depot sieht völlig anders aus als das zu Beginn. Doch dadurch, dass ich mich früh und intensiv mit dem Thema befasst habe, konnte ich bereits einen wichtigen Schritt zur finanziellen Freiheit gehen. Daher mein Apell an dich: informiere dich wann immer die etwas Zeit hast über bestimmte Themen und baue nach und nach Dein finanzielles Wissen auf.

Wie Du dich am besten weiterbildest

Dass wir uns in Deutschland offensichtlich nicht finanziell bilden, liegt ganz gewiss nicht an dem fehlenden Angebot. Gute Bücher zu dem Thema sind nur einen Klick entfernt, Video-Portale sind 24 Stunden erreichbar und sehr gute Kurse mit allen Infos gibt es bereits für einen günstigen Preis. Ich selbst begann meine finanzielle Bildung mit Videos auf YouTube und mit dem Klassiger „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ von Gerd Kommer. Bleibe neugierig und befasse Dich mit verschiedenen Anlageformen, wie Kryptowährungen, Robo-Advisor, Aktien und ETFs sowie alternative Anlageformen.

Ich halte es für besonders wichtig, in einem so sensiblen Bereich wie den eigenen Finanzen, auf Leute zu hören, die wissen, wovon sie sprechen. Ich selbst habe damals mit Videos auf YouTube von bekannten Finanzkanälen angefangen. Zwar fand ich es immer überragend, so wertvolle Informationen gratis zu bekommen, dennoch gab es keine Videoserie, die mich als Anfänger von A bis Z durch die Thematik geführt hat. Der Aktienkurs von Alexander Wolf bietet jedoch genau das. Der 7-teilige Kurs vermittelt Dir die Grundlagen der Börse und der Aktienmärkte, sodass Du nicht einfach ins kalte Wasser geworfen wird. Alex ist hauptberuflich Online-Marketer. Als Autor schrieb er zudem einen bekannten Aktienratgeber, welcher auf verschiedenen Portalen im Internet hervorragende Bewertungen erzielt.